
Upcycling mit Rattan: DIY-Konsole mit Wiener Geflecht
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Sylvia, Journalistin und Dekorateurin, Dresden
Möbeltrend Rohrgeflecht
Korbweide, Rattan, Bast … Naturfasern liegen im Trend, und Möbel aus Wiener Geflecht bilden da keine Ausnahme. Die traditionelle Rattan-Flechttechnik entstand im 18. Jahrhundert und bis heute gibt es nichts, das einer Innendekoration ein ähnlich unkonventionelles Flair verleihen könnte.
Weg mit dem klassischen Stuhl im Stile Ludwig XV., her mit den Details aus Rohrgeflecht! Anrichten, Regale, Kopfteile und Leuchten aus Rattan verleihen Ihrem Zuhause einen modischen Touch!
Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung lässt sich natürlich auch an die Größe eines Regals, eines Sideboards, eines Schranks oder einfach einer Holzkiste anpassen.
Sideboards
Die Verwendung von Rohrgeflecht
Die gute Nachricht zuerst: Rohrgeflecht ist sehr einfach zu handhaben und lässt sich gut bei Ihren DIY-Projekten verwenden.
Es gibt verschiedene Arten von Geflecht. Das beliebteste ist Rattan, das im Möbelbau verwendet wird, weil es sich hervorragend biegen lässt. Peddigrohr, das Innere von Rattan, wird vor allem für die Herstellung von Sitzflächen („Wiener Geflecht“) verwendet. Beide sind in Streifen mit den unterschiedlichsten Mustern erhältlich. Aber auch Weide und andere Naturfasern eignen sich gut für unser Projekt.
Bei der Verwendung gibt es nur eine Regel: Das Material muss befeuchtet werden. Ein kleines Wasserbad macht es nicht nur weicher, sondern sorgt auch für eine gute Spannung und eine bessere Optik des Endprodukts. Einmal angefeuchtet, beugen sich die Naturfasern Ihren Wünschen und Sie können nach Herzenslust ein Möbelstück damit verkleiden, Türen schmücken oder einen Lampenschirm herstellen.
Gebrauchsfertige Rollen werden vor der Verwendung 10 bis 30 Minuten in Wasser eingeweicht. Der Einfachheit halber verwenden wir hier gebrauchsfertiges Wiener Geflecht, einen nicht perforierten Rahmen, Heftklammern und Klebstoff.
Wie lässt sich ein Regal in eine Konsole mit Wiener Geflecht verwandeln?
Schritt 1: Das Regal verkleiden
Befestigen Sie die Fichtenbretter an den Seiten und am Boden des Regals. Für ein schöneres Erscheinungsbild werden die Seitenbretter an der Innenseite des Regals mit den Pfosten verschraubt. So sind auf der Außenseite der späteren Rattangeflecht-Konsole keine Befestigungselemente zu sehen.
Übertragen Sie für die Oberseite des Regals zunächst die Dicke der Seitenbretter (in unserem Fall 18 mm). Mithilfe von 3 Metallwinkeln befestigen Sie das obere Brett an der Innenseite des Regals, damit auch hier an der Außenseite keine Schrauben zu sehen sind.
Schritt 2: Den Türrahmen herstellen
Berechnen Sie die Größe der Türen (Breite des Regals geteilt durch zwei) und übertragen Sie diese Länge auf die Leiste.
Sägen Sie je 4 Leisten in dieser Breite und 4 Leisten in der Höhe der Türen zu. Teilen Sie die Breite der Leisten durch zwei. Bringen Sie in jeder Ecke einen Winkel an.
Schritt 3: Das Geflecht aufbringen
Weichen Sie die Geflechtrollen 10 bis 30 Minuten lang in Wasser ein.
Rollen Sie anschließend das Geflecht auf einem Türrahmen ab und kürzen Sie es so, dass das Geflecht nicht über den Rahmen hinausragt.
Tackern Sie das Geflecht am Türrahmen fest.
Schritt 4: Die Türen fertigstellen
Für ein perfektes Ergebnis können Sie einen Rahmen mit Zierleisten um die Tür herum anbringen. Schneiden Sie dafür die Leisten mit einem 45°-Winkel, sodass die Schrägen zueinander gerichtet sind (die Länge der Leiste an der längsten Seite muss der Höhe der Türen entsprechen).
Befestigen Sie die Leisten mit Holzleim an der Türkante entlang und achten Sie darauf, dass das Geflecht nicht übersteht. Mit Klammern oder Schraubzwingen festdrücken und trocknen lassen.
Schritt 5:
Bringen Sie jetzt die Scharniere an den Innenseiten der Türen (3 pro Tür) und dann an den Seiten des Regals an. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Tür gerade hängt!
Gut zu wissen: Um die Scharniere perfekt zu anzubringen, können Sie mit einem Beitel (Holzmeißel) an der Türinnen- und der Regalseite eine kleine Mulde ins Holz höhlen, sodass sich die Scharniere in das Profil des Holzes einpassen. Auf diese Weise wird der Spalt zwischen den Türen und dem Regal nur minimal sein. Hier haben wir einfache Scharniere verwendet, die beim Anbringen große Sorgfalt erfordern. Es gibt jedoch auch einstellbare Scharniere, mit denen Sie die Position der Türen auch nach dem Zusammenbau etwas korrigieren können.
Beitel
Schritt 6: Abschließende Arbeiten
Um Ihrem Möbelstück das gewisse Etwas zu verleihen, können Sie sich bei den Accessoires richtig austoben! Verleihen Sie dem Möbelstück Ihre persönliche Note durch bunte Griffe oder einen Farbanstrich.
Material für Ihre Rattangeflecht-Konsole
Wir haben unser Regal mit Fichtenbohlen verkleidet und den unteren Teil offen gelassen. Das Möbel wird zusätzlich etwas erhöht, um größeren Stauraum zu schaffen. Hier ist die Liste des benötigten Materials:
ein Regal (hier 67 x 25 x 90 cm)
Fichtenbretter zur Verkleidung des Möbels, Dicke 18 mm
Wir haben zwei Bretter à 100 x 26,8 cm für die Seiten, ein Brett von 100 x 65 cm für die Unterseite und eines von 68,6 cm x 26,8 cm für die Oberseite verwendet.
quadratische Leisten von 35 mm für die Türen (jede Tür 35,5 x 50 cm, damit wir die Höhe des mittleren Regals erreichen)
11 Befestigungswinkel für den Zusammenbau der Türen und zum Anbringen des oberen Bretts
zwei 40 cm breite Rollen Wiener Geflecht oder anderes Geflecht aus Naturfasern (alternativ können Sie auch Juteleinen verwenden)
Zierleisten zum Aufleimen auf den Türrahmen und die Regalseiten (Breite entsprechend unseren Leisten, hier 36 mm)
6 Scharniere für Möbel
Schrauben Ø4 30 und 40 mm (je nach Dicke der Leisten)
einen Bohrschrauber
eine Holzsäge
eine Gehrungslade
Spannzangen
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Ratgeber verfasst von:
Sylvia, Journalistin und Dekorateurin, Dresden
Nach meiner Zeit bei mehreren Fernsehsendern entschied ich mich, als freischaffende Journalistin und Herausgeberin zu arbeiten. Meine Interessen und auch meine Texte gehen in die verschiedensten Richtungen: Ich liebe das Dekorieren und das Heimwerken genauso sehr wie historische oder wissenschaftliche Themen. Meine Artikel für ManoMano sind voller Tipps aus dem Bereich Deko und DIY, die ich in meinem alten Haus, das ich eigenhändig saniere, ausprobiert habe.