
Dachrinne montieren: So geht's
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München
Wichtige Eigenschaften
- Bestimmen des Verlaufs
- Die Rinnenhalter befestigen
- Dachrinne einbauen
- Fallrohr einbauen
- Zusatzausstattung für Dachrinnen
Sammeln und Ableiten von Regenwasser
Dachrinnen schützen die Fassaden vor Wasser unerlässlich. Sie sammeln das vom Dach kommende Regenwasser und leiten es über ein Fallrohr ab. Kunststoffrinnen sind nicht nur günstig in der Anschaffung, sondern auch optisch ansprechend.
Die in verschiedenen Farben (weiß, sand, grau) erhältlichen PVC-Rinnen harmonieren perfekt mit allen Arten von Fassaden. Sie können entweder geklebt oder gesteckt werden, wobei in diesem Fall eine Gummidichtung die Wasserdichtheit gewährleistet. In beiden Fällen sind im Gegensatz zur Installation von Zink-, Aluminium- oder Kupferdachrinnen keine speziellen Werkzeuge erforderlich. Ein Vorteil, der PVC-Rinnen zu idealen Produkten für den Heimwerker macht.
Welche Dachrinne für welche Dachfläche?
Wahl der Dachrinne
Um das Regenwasser gut abzuleiten, muss ein für die Dachfläche geeignetes Rinnenprofil gewählt werden:
bis 25 m² eine 16er-Rinne verwenden;
zwischen 26 und 65 m² eine 25er-Rinne verwenden;
über 65 m² eine 33er-Rinne verwenden.
Wahl des Fallrohrs
Gleiches gilt für das Fallrohr, das je nach Art der Dachrinne gewählt werden muss:
16er-Rinne: Fallrohr mit 50 mm Durchmesser;
25er-Rinne: Fallrohr mit 80 mm Durchmesser;
33er-Rinne: Fallrohr mit 100 mm Durchmesser.
Zwei Arten der Dachrinnenmontage
Verlegung durch Kleben
Die Elemente werden mit einem speziellen PVC-Kleber zusammengefügt. Die freie Montage in Rinnenhaltern ermöglicht eine spannungsfreie Ausdehnung des PVC in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Der Ausdehnungskoeffizient beträgt 0,06 mm/m x 10 °C. Bei einer 4 m langen Rinne beträgt die Ausdehnung daher 2,4 mm. Bei großen Rinnenlängen ist jedoch alle 8 m ein Verbindungsstück vorgeschrieben.
Verlegung durch Zusammenstecken
Das Zubehör für Dachrinnen (Stutzen, Ecken, Verbindungsstück) ist mit einer Gummidichtung ausgestattet, die eine doppelte Funktion hat: die Wasserdichtheit der Installation zu gewährleisten und die Ausdehnung des PVC zu ermöglichen. Die Elemente werden durch Stecken zusammengefügt.
Arbeitsschritte
Bestimmen des Verlaufs
Die Rinnenhalter befestigen
Dachrinne einbauen
Fallrohr einbauen
Zusatzausstattung für Dachrinnen
So geht's
Im Gegensatz zu Kupfer und Zink, die echtes Know-how voraussetzen, erfordert die Installation einer PVC-Dachrinne keine besonderen Fähigkeiten. Es reicht aus, zu wissen, wie man Längen misst, eine Schnur zieht, einen Bohrschrauber benutzt, Teile durch Stecken oder Kleben zusammenfügt und wie man auf einer Leiter arbeitet.
Benötigte Zeit
1 Tag
Empfohlene Personenzahl
1 Person
Werkzeuge und Verbrauchsmaterial
Bohrschrauber
Maßstab
Kunststoff-Kleber
Dachrinne
Rinnenhalter
Endstück
Verbindungsstück
Fallrohr
Fallrohrbogen
Persönliche Schutzausrüstung
Schutzbrille
Gerüst
Leiter oder Gerüst
Diese Liste ist nicht vollständig und die persönliche Schutzausrüstung muss an die jeweilige Arbeitssituation angepasst werden.
Cutter
1. Bestimmen des Verlaufs
Damit das Regenwasser gut abfließen kann, muss ein Gefälle zwischen 0,5 cm und 1 cm pro Meter eingehalten werden.
Die Neigung wird dadurch erzielt, dass an jedem Ende der Dachseite auf dem Traufbrett ein Punkt mit einer Schraube markiert wird, und der an der Stutzenseite zu bestimmende Punkt unter Beachtung des Neigungsfaktors nach unten verschoben wird. Um diesen Versatz zu bestimmen, multiplizieren Sie einfach die Rinnenlänge mit der Neigung. Für eine 5 m lange Rinne wären das: 5 x 0,5 = 2,5 cm.
An der gegenüberliegenden Seite des Stutzens wird eine erste Schraube 5 cm vom Ende des Traufbretts und 3 cm von seiner oberen Kante angebracht.
Drehen Sie dann, unter Beachtung des zuvor bestimmten Gefälles, eine zweite Schraube auf der Seite des späteren Stutzens in das Traufbrett.
Spannen Sie eine Schnur zwischen diesen beiden Punkten.
Schrauben
2. Die Rinnenhalter anbringen
Befestigung auf Traufbrett
Bringen Sie alle 50 cm eine Markierung an, vorzugsweise an der Stelle, an der das Traufbrett vernagelt wird, so dass die Rinnenschrauben in die Stirnseiten der Sparren oder Dachbinderbalken greifen.
Schrauben Sie die Zwischenhalter auf das Traufbrett und achten Sie darauf, dass sie mit der Schnur ausgerichtet sind, wobei die obere Halterschraube als Anhaltspunkt dient. Wenn die Rinne ein Verbindungsteil erfordert, bringen Sie einen Halter auf beiden Seiten des Teils an, wobei ein Mindestabstand von 5 cm einzuhalten ist, um eine Ausdehnung der Rinne zu ermöglichen.
Befestigung an Sparren
Die Halter werden mit verzinkten Rinneneisen befestigt, die an die Seite der Sparren (mit verdrehten Eisen) oder an die Oberseite der Sparren (flache Eisen) geschraubt werden. Bei einer Renovierung erfordert diese zweite Lösung die Entfernung der ersten Ziegelreihe.
Den Halter mit einem verzinkten Rinneneisen versehen.
Den Halter gegen den Sparren halten und dann das Rinneneisen ausrichten, um die Dachneigung zu respektieren.
Das Rinneneisen festschrauben.
Positionieren und Verschrauben der Halter auf den Sparren.
Anpassen der Höhe der Halter an die Schnur.
Befestigung an der Dachbedeckung
Mit Hilfe von Bügeln erfolgt das Anbringen der Halter direkt an der Dachbedeckung (Ziegel oder Wellblech).
Rüsten Sie den Bandhaken mit einem Bügel aus, der der Art der Dachbedeckung entspricht.
Schieben Sie die Backe des Bügels über den Ziegel oder das Wellblech am Scheitelpunkt der Wölbung, um den Abfluss nicht zu behindern.
Ziehen Sie die Backe fest, um den Bügel festzuklemmen.
Befestigen Sie alle 50 cm einen Haken.
Passen Sie die Höhe der Halter an die Schnur an.
3. Installieren der Dachrinne
Vorbereitung und Einbau der Dachrinne
Messen Sie die erforderliche Länge des Rinnenprofils.
Übertragen Sie das Messergebnis auf das Profil.
Kürzen Sie das Profil mit einer Metallsäge. Für einen perfekt geraden Schnitt wird die Verwendung einer Gehrungslade empfohlen.
Entgraten Sie die Schnittkante mit feinkörnigem Schleifpapier oder mit der Klinge eines Messers.
Auftragen einer schmalen Raupe PVC-Kleber in die Nut des Rinnenendstücks.
Montieren Sie ein Endstück am Profilende gegenüber des Fallrohrstutzens.
Einige Sekunden lang zusammengedrückt halten, um die Verbindung zu gewährleisten.
Überschüssigen Klebstoff mit einem Tuch entfernen.
Falls erforderlich, das Profil mit einem Verbindungsstück versehen. Die Montage erfolgt in der gleichen Weise wie zuvor.
Sägen Sie nun ein zweites Rinnenteilstück zurecht, das der Entfernung zum Stutzen entspricht.
Fügen Sie das erste Rinnenteilstück in den hinteren Teil der Halter ein, und zwar mit der Wulst zur Vorderseite der Halter gerichtet.
Das zweite Rinnenteilstück einsetzen.
Eine kleine Raupe PVC-Klebstoff in die Nut des Verbindungsstücks geben.
Die Rinnenteilstücke zusammenfügen.
Die Rinne in den vorderen Teil der Halter herunterklappen.
Einbau des Fallrohrstutzens
Kleben Sie ein Endstück an den Stutzen gegenüber der Seite, welche die Rinne aufnimmt.
Überschüssigen Klebstoff abwischen.
Geben Sie eine Klebstoffraupe in die Nut des Stutzens.
Stecken Sie den Stutzen auf das Rinnenprofil.
PVC-Kleber
4. Das Fallrohr einbauen
Das Fallrohr muss in der Achse eines Schachtes positioniert werden. Die Verbindung von Stutzen und Fallrohr erfolgt in "S"-Form durch Bögen mit männlichen/weiblichen Enden.
Zeichnen Sie die Mittelachse des Fallrohrs mit einer Richtschnur oder mit Lineal und Bleistift an die Wand.
Markieren Sie die Position der Rohrschellen im Abstand von 1 m.
Messen Sie den Abstand zwischen den Bögen.
Sägen Sie einen Rohrabschnitt auf die benötigte Länge.
Bringen Sie mit einem Zimmermannsbleistift die Markierungen für die Position der Teile an.
Montieren Sie die Elemente mit PVC-Kleber, mit Ausnahme der Verbindung Bogen/Fallrohrstutzen, damit das Fallrohr bei Bedarf leicht abmontiert werden kann.
Bohren Sie mit einer Bohrmaschine oder einem Bohrhammer Löcher in die Mauer; dafür wird ein Betonbohrer benötigt.
Schrauben Sie die Schellen mit Hilfe von Befestigungslaschen und geeigneten Dübeln an die Mauer.
Positionieren Sie das Fallrohr mit dem weiblichen Ende nach oben.
Stecken Sie einen Rohrbogen mit dem männlichen Ende in das Rohr.
Richten Sie den Bogen zum Stutzen aus.
Versehen Sie den Stutzen mit einem zweiten Bogen.
Bohrmaschine
5. Zusatzausstattung für Dachrinnen
Den Wasserfluss sicherstellen
Um zu verhindern, dass Pflanzenreste den Abfluss des Regenwassers behindern, was zum Überlaufen führen könnte, ist es ratsam, die Rinnen entweder mit einem Rinnenseiher oder einem Laubgitter auszurüsten. Rinnenseiher
Der Rinnenseiher wird in den Stutzen gesetzt, um Blätter und andere grobe Verunreinigungen aufzufangen. Netz oder Gitter für Dachrinnen
Das Laubgitter wird auf dem Rinnenprofil angebracht und verhindert so die Ansammlung von Schmutz.
Regenwasser auffangen
Wasser ist ein kostbares Gut, also verschwenden Sie es nicht. Hierfür reicht es aus, am Fallrohr einen Sammler anzubringen, der einen Regenwasserbehälter speist. Die Installation ist – unabhängig vom Modell – einfach: das Fallrohr muss entweder abgesägt oder angebohrt werden. Der Sammler wird dann einfach an eine Regenwassernutzungsanlage angeschlossen.
Anwendungsberatung: Dächer über 12 m Länge
Wenn das Dach länger als 12 m ist, muss an jedem Ende ein Fallrohrstutzen angebracht werden, damit das Regenwasser ordnungsgemäß abgeleitet werden kann. Diese technische Lösung erfordert das Einrichten von zwei entgegengesetzten Gefällen, die von der Mitte des Daches ausgehen.
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Ratgeber verfasst von:
Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München
Nach meinem Abschluss an einer Handelshochschule bot sich mir die Gelegenheit, eine Ausbildung zum Zimmermann zu machen. Was für ein edler, aber harter Beruf! Die Winter und der Regen trieben mich jedoch von den Dächern wieder herunter und direkt durch die Tür eines Eisenwarengeschäfts, in dem ich daraufhin – wenig überraschend – als Eisenwarenhändler gearbeitet habe. Vom Hammer bis zum Meißel habe ich im Laufe der Jahre auch alle Abteilungen in Heimwerkermärkten kennengelernt und weiß genau, wie die Produkte dort funktionieren und wofür man sie braucht. Neben meiner Tätigkeit für diese beiden Läden habe ich aber auch als Schlosser, Dachdecker, Tischler oder in der Industriebranche gearbeitet. Dank meiner praktischen Erfahrungen und meines technischen Know-hows weiß ich genau, was ein gutes Werkzeug oder die richtige Ausrüstung ausmacht. Und weil ich lieber schriftlich einen guten Rat gebe, als von Montag bis Samstag in einem Geschäft zu stehen und immer dieselbe Beratung zu geben, war es nur logisch, dass ich Autor geworden bin.